Störungsbilder

Angststörungen und Phobien

Sind Sie in permanenter Sorge, um sich selbst und Ihre Familie?

Löst diese Sorge starke Anspannung aus? 

Führt dies z.B. zu Mundtrockenheit, Schweiß-ausbrüchen, Herzstolpern, Zittern oder Schwindel?

Passiert es Ihnen häufiger, dass Sie plötzlich und unvorhersehbar starke Angst verspüren?

Gibt es für Sie keinen ersichtlichen Auslöser für diese Attacken?

Vermeiden Sie häufiger bestimmte Orte oder Situationen? 

Haben Sie Angst vor Menschenmengen, öffentlichen Plätzen oder Reisen mit weiter Entfernung von zuhause?

Können Sie kaum mehr angstfrei einkaufen gehen?

Haben Sie Angst im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen?

Vermeiden Sie deswegen das Zusammensein in kleinen Gruppen?

Dann leiden Sie womöglich an einer Angststörung.

Erkennen Sie sich in den Fragen wieder? Kontaktieren Sie uns für ein Erstgespräch.

Tel: 01515 - 9290842

info@heilpsy-benford.de

Körperliche Belastungsstörung

Geben Ihnen körperliche Belastungen Anlass zur ständigen Sorge oder werden zur anhaltenden Qual?

Gibt es keine hinreichenden körperlichen Ursachen für Ihre Beschwerden?

Machen Sie sich übermäßig Sorgen was die körperlichen Symptome bedeuten oder wofür sie ein Vorbote sein könnten?

Haben die medizinischen Behandlungen bislang nicht den erwünschten Erfolg gebracht?

Haben Sie das Gefühl die Ärzte verstehen Sie nicht?

Zweifeln Menschen in Ihrem Umfeld vielleicht an der Echtheit Ihrer Symptome?

Erleben Sie erhebliche Beeinträchtigungen in privaten, sozialen und arbeitsbezogenen Bereichen?

Fangen Sie an sich körperlich zu schonen?

Hat Ihnen vielleicht ein Arzt schonmal empfohlen einen Psychologen aufzusuchen?

Dann haben Sie womöglich eine körperliche Belastungsstörung.

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Traumafolge-störungen

Fällt es Ihnen schwer vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und aufrecht zu erhalten?

Können Sie nur wenige Erinnerungen aus Ihrer Kindheit abrufen?

War Ihre Kindheit von Unsicherheiten und Angst geprägt?

Sind Ihnen ungerechte Dinge widerfahren, über die nicht gesprochen werden durfte?

Haben Sie eine ausweglose und hochgradig belastende Situation erlebt?

Haben Sie aufwühlende Träume, die sich auf das Geschehene beziehen?

Erleben Sie intensive Bilder oder Erinnerungen, die Sie gefühlt wieder in die Situation zurück versetzen?

Vermeiden Sie, dass etwas von Innen oder Außen Sie an das Geschehene erinnert?

Spüren Sie die Folgen in Form von anhaltender Wachsamkeit, Vertrauensverlust, Gereiztheit und Freudeverlust?

Dann liegt womöglich eine Traumafolgestörung vor.

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Angststörungen und Phobien

Was genau ist denn nun eine Angststörung?


Die eine Angststörung gibt es nicht. Unterschieden werden prinzipiell Angst- und Panikstörungen zu Phobien. Zur Diagnostik halten sich Ärzte und Therapeuten an das international gültige Diagnosemanual, die „International Classification of Diseases“ aktuell in der 10. Auflage (ICD-10). Hier werden folgende Angststörungen mit gewissen Diagnosekriterien gelistet:

 

Nachstehende Störungsbilder sind streng genommen Angststörungen, werden aber in einer Untergruppe, der Phobien, zusammengefasst. Sie haben alle ein prägnantes Merkmal, denn sie treten nur in klar eingegrenzten und zeitlich beschränkten Situationen auf. Jemand mit einer Spinnenphobie wird sich unauffällig im Leben bewegen können, solange keine Spinne den Weg kreuzt.


Sonderformen die im ICD-10 nicht unter den Angststörungen zu finden sind, aber dennoch hierzu gezählt werden können, sind z.B. die

  • Hypochondrie (Krankheitsangst)
  • Dysmorphophobie (Angst davor entstellt zu sein, Körperschemastörung)
  • Emotophobie (Angst davor, erbrechen zu müssen)
  • Herzneurose (Herzangst)

Leiden Sie unter einem dieser Störungsbilder? Klicken sie auf das Störungsbild, um mehr zu erfahren. Wir stehen Ihnen mit unserer therapeutischen Erfahrung gerne zur Seite.

Generalisierte Angststörung (GAS)

Merkmal dieser Störung ist die ständige und permanente Sorge. Leitende Sorgen kreisen um alltägliche Situationen, wie z.B. die eigene Gesundheit, Sorge davor, dass der Familie etwas passiert, Sorge vor Arbeitsplatzverlust sowie allgemeine finanzielle Sorgen. Diagnostiziert wird die GAS, wenn sie mindestens 6 Monate besteht.

Symptombild

Körperliches Symptombild der GAS ist unter anderem:

  • Innere Anspannung 
  • Muskelverspannung
  • Ruhelosigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Herzklopfen
  • Kloßgefühl im Hals und Schluckbeschwerden

Psychische Symptome der GAS zeigen sich unter anderem in:

  • Schwindel
  • Übertriebene Reaktion auf kleine Überraschungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Reizbarkeit

Panikstörung

Kennzeichnend bei der Panikstörung sind wiederkehrende schwere Angstzustände, die Betroffene attackenartig überfallen. Deswegen spricht man von Panikattacken, denn dieser Angstzustand setzt plötzlich ein und erreicht binnen weniger Minuten ein Maximum, um danach wieder abzuflauen. Eine Panikattacke dauert einige Minuten, ist also kein Dauerzustand. Sie treten in allen möglichen Situationen auf, sind also nicht an bestimmte Umstände geknüpft. So überraschen sie Betroffene wiederholt, was das Erleben des „hilflos ausgeliefert seins“ verstärkt und bis hin zu Todesangst führen kann. Manche Menschen schrecken auch in der Nacht durch eine Panikattacke hoch.

Symptombild

Körperliche Symptome sind z.B.

  • Herzrasen oder -klopfen 
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Mundtrockenheit
  • Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl

Psychische Symptome zeigen sich durch z.B.

  • Ein Gefühl von Todesangst
  • Gefühl von Schwindel
  • Gefühle von Benommenheit oder Unwirklichkeit 
  • Sich selbst nicht mehr richtig spüren zu können
  • Angst verrückt zu werden

Angst und depressive Störung, gemischt

Diese Störung enthält im internationalen Klassifikationssystem der Krankheiten (IDC-10) wenig spezifische Kriterien. In den Behandlungsleitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen und Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wird sie nicht als eigenes Störungsbild aufgeführt. Sie soll bei gleichzeitigem Bestehen von Angst und Depression diagnostiziert werden, insofern die Ausprägung der Symptome das Vollbild des jeweiligen Störungsbildes nicht erfüllt. Daher ist von einem milden Verlauf auszugehen. Zumeist sind Betroffene noch in der Lage ihr Leben überwiegend zu bewältigen, obwohl sie die vermehrte Anstrengung schnell erschöpft.

Agoraphobie mit und ohne Panikstörung

Das zentrale Thema bei dieser Phobie ist die Angst davor, sich an einem Ort aufzuhalten, an dem ein Wegkommen peinlich ist oder vielleicht sogar unmöglich erscheint, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentliche Plätze. Ungewollt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und trotz der misslichen Lage womöglich keine Hilfe zu erhalten, verstärken die Angst. Daher ist die Agoraphobie oftmals damit verbunden, alleine weg von zu Hause zu sein. Das Symptombild der Agoraphobie ist umfangreich, da es sie mit und ohne Panikstörung gibt.
Zentral für diese Störung ist die Vermeidung von den Orten, an denen Betroffene befürchten Angst zu bekommen. Betroffene sehen ein, dass ihre Angst übertrieben ist.

Symptombild

Körperliche Symptome zeigen sich z.B. durch

  • Herzklopfen
  • Schweißausbruch
  • Mundtrockenheit
  • Zittern
  • Atembeschwerden
  • Körperliche Missempfindungen

Psychische Symptome zeigen sich unter anderem in

  • Einer Angst davor zu sterben
  • Gefühl von Unwirklichkeit (Objekte oder Teile des Körpers)
  • Angst davor verrückt zu werden


Diese Symptome treten ausschließlich in den oben klar eingegrenzten Situationen auf.

Wie unterscheidet sich denn nun die Agoraphobie ohne Panikstörung von der mit Panikstörung?

Bei der Agoraphobie ohne Panikstörung ist die Vermeidung ein stark ausgeprägtes Leitsymptom. Beim kleinsten Anzeichen des Unwohlseins, sowohl körperlich als auch gedanklich, geht der Betroffene aus der Situation raus, um in sichere „Fahrwasser“ zu gelangen.

Bei einer Agoraphobie mit Panikstörung ist das Vermeidungsverhalten die Folge bereits erfahrener Panikattacken (Hagena & Gebauer, 2014).

Betroffene entwickeln häufig elaborierte Vermeidungsstrategien, die oftmals erst auf den zweiten Blick erkennbar sind. Sie nehmen sich z.B. immer eine Begleitung mit, um im Falle eines Falles Hilfe zu erhalten. Sie haben immer ihre Notfalltropfen dabei und gehen nie ohne Handy weg. Betroffene rechtfertigen ihre weniger werdenden Unternehmungen damit, dass sie noch nie gerne ins Kino gegangen sind oder noch nie gerne Bus gefahren sind oder weit weg von zu Hause waren. Was anfangs noch als Erleichterung begann, stellt sich später als heimtückische Falle heraus. Manche Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen. Einsam und isoliert legt sich zumeist eine depressive Grundstimmung auf die bestehende Angststörung.

Soziale Phobie

Die Angst im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, wird als soziale Phobie, oder soziale Angststörung, bezeichnet. Die ICD-10 deklariert sie als die „Furcht vor prüfender Betrachtung“ durch andere Menschen. Daraus resultiert eine Vermeidung vor sozialen Kontakten. Zumeist liegt den sozialen Phobien ein niedriger Selbstwert zugrunde. Die soziale Phobie entwickelt sich oftmals schon sehr früh, zumeist während der Pubertät.

Symptombild

Körperliche Symptome zeigen sich z.B. durch

  • Zittern
  • Schwitzen
  • Erröten 
  • Vermehrter Harn- oder Stuhldrang
  • Übelkeit
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Mundtrockenheit

Psychische Symptome sind durch Angst gekennzeichnet z.B. 

  • Vor kritischer Bewertung
  • Davor, telefonieren zu müssen
  • Vor Autoritätspersonen
  • Vor Blickkontakt
  • In der Öffentlichkeit zu essen
  • Gefühl peinlich zu sein oder sich peinlich zu verhalten
  • Stottern
  • Konzentrationsschwäche

Subtypen der sozialen Phobie

Soziale Phobien zeigen sich unter Umständen mit diversen Schwerpunkten. Eine eher diffuse generalisierte Phobie ist weniger an einen spezifischen Kontext gebunden, sondern tritt in unterschiedlichen sozialen Situationen auf. Betroffene fürchten sich z.B. davor, negativ bewertet zu werden oder in „peinliche“ Situationen zu geraten. Dadurch, dass viele Konstellationen starke Angstzustände auslösen, ist das alltägliche Leben deutlich beeinträchtigt. 

Einige der sozialen Phobien beschränken sich auf ganz spezifische Situationen, z.B. Vorträge in der Öffentlichkeit halten zu müssen. Einige Betroffene reagieren sozialphobisch sobald sie Leistungen zeigen sollen, wie im Falle einer Prüfung, oder wenn Betroffene gefragt werden neu erworbene Fähigkeiten zu zeigen. Interaktionsbezogene soziale Phobien treten im Kontext einer Kontaktaufnahme auf. Ein Small Talk ist für Betroffene undenkbar. Manchmal wird auch die Angst vor dem Erröten zur sozialen Phobie gezählt, andere Behandler sehen diese Störung eher als eine spezifische (isolierte) Phobie. Da die Erythrophobie (Angst vor dem Erröten) jedoch nur in sozialen Kontexten auftreten kann, z.B. auch durch Lob, kann sie hier berechtigterweise aufgeführt werden. 

Ungeachtet dessen, ob die soziale Phobie generalisiert ist oder sich auf spezifische Situationen bezieht, sie führt zumeist zu einer Isolation. Denn jeder noch so harmlos wirkende Kontakt, kann für jemanden der von sozialer Phobie betroffen ist, schnell zum Auslöser der Symptomatik werden. Deswegen vermeiden viele Betroffene den Kontakt zu anderen Menschen.

Spezifische (isolierte) Phobien

Wie der Name bereits verrät, beziehen sich diese Phobien auf den Kontakt mit eng umschriebenen Situationen oder mit konkreten Objekten. Oftmals reicht auch der Gedanke an die Auslöser aus, um eine Angstreaktion hervorzurufen. Unterschieden werden 5 Subtypen:

  1. Der Tier-Typus (Spinne, Schlange, Hund, Vögel, etc.)
  2. Der Naturgewalten-Typus (Blitze, Donner, Starkregen, etc.)
  3. Der Blut-Spritzen-Verletzungs-Typus (Anblick von Verletzungen oder Injektionen)
  4. Situativer-Typus (z.B. Höhe, Dunkelheit, Enge z.B. Fahrstuhl, Zahnarzt, etc.)
  5. Anderer Typus (alles, was nicht in eine der anderen Kategorien gefasst werden kann)

Symptombild

Körperliche Symptome zeigen sich unter anderem in:

  • Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern
  • Schweißausbruch
  • Zittern
  • Mundtrockenheit
  • Atembeschwerden
  • Beklemmungsgefühl

Psychische Symptome sind z.B.

  • Schwindel
  • Unsicherheit
  • Schwäche oder Benommenheit
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst zu sterben
  • Unwirklichkeitsgefühl bezogen auf die Umwelt (Derealisation), aber auch auf den eigenen Körper (Depersonalisation)

Betroffene wissen zwar, dass diese Angst übertrieben und „unsinnig“ ist, dennoch reicht dieses Wissen allein nicht aus, um die Angst zu bewältigen. Es entsteht ein signifikanter Leidensdruck, durch die emotionale Belastung und/oder aus dem daraus resultierenden Vermeidungsverhalten. Zum Beispiel, wenn ein Betroffener mit einer Kynophobie (Hundeangst) das Haus nicht mehr verlässt, weil in der unmittelbaren Nachbarschaft viele Hundebesitzer leben und die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, Hunden zu begegnen. Oder auf der Arbeit die Mitnahme von Hunden gestattet ist und der Betroffene deswegen nicht mehr arbeitsfähig ist, weil Kollegen dieses Angebot wahrnehmen.

Körperliche Belastungsstörung

Das Kardinalssymptom der körperlichen (somatischen) Belastungsstörung ist das Vorliegen körperlicher Beschwerden, die nach akutellem Stand des medizinischen Wissens keine hinreichend erklärbare organische Ursache haben. Patienten mit somatischen Belastungsstörungen leiden aber zumeist nicht nur an körperlichen Beschwerden. Oftmals entsteht auch das Gefühl von medizinischem Fachpersonal und Menschen im engeren Umfeld nicht ernst genommen zu werden. Womöglich werden auch Zweifel an der Echtheit der Symptome geäußert. Dies führt bei den Betroffenen auf lange Sicht zu einem Misstrauen den Behandlern gegenüber. Zudem sinkt die Motivation bei den Betroffenen sich auf eine neue Abklärung oder Behandlung einzulassen. Die Folge ist eine stetig wachsende Resignation. Zeitgleich schwindet die Hoffnung auf eine hilfreiche Behandlung, weswegen sich viele Patienten der Situation hilflos ausgeliefert fühlen. Der Leidensdruck, den Patienten mit chronischen und schwer beeinträchtigenden körperlichen Beschwerden haben, ist nicht mit körperlichen Alltagsphänomenen vergleichbar. 

Symptombild

Körperliche Symptome sind unter anderem:

  • chronische Kopf-, Rücken-, und Gelenkschmerzen
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Kribbeln
  • Missempfindungen
  • chronische Erschöpfung
  • Übelkeit und Reizdarm

Psychische Symptome sind unter anderem:

  • Gereiztheit
  • Misstrauen (vor allem Behandlern gegenüber)
  • ausgeprägte Krankheitsängste
  • anhaltende Sorgen
  • Frustration
  • Resignation durch ausbleibenden Behandlungsfortschritt
  • Depressive Verstimmung
  • Schlafstörungen

Traumafolgestörungen

Die sogenannte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) gehört zu den neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen (WHO, 2019). Aufgeführt ist sie unter den „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“. In der aktuellen Ausgabe des internationalen Klassifikationssystems der Krankheiten (ICD-10) wird hauptsächlich die Reaktion auf ein einmaliges belastendes Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung definiert, bezogen auf eine Situation von kürzerer oder längerer Dauer (WHO, 2019). Anders ausgedrückt könnte man auch von einem Monotrauma oder Schocktrauma sprechen. Dieses Erlebnis muss den Betroffenen plötzlich in eine tiefe Verzweiflung gestürzt haben, in der keine angemessene Reaktion mehr möglich schien. Betroffene befinden sich in einem Zustand der hilflosen Verwirrung. Beispiele gibt es viele, wie z.B. erlebte Hochwasserkatastrophe, Krieg, Gefangenschaft, Unfälle (Ersthelfer), Missbrauch. Eine PTBS wird nach 6 Monaten des belastenden Ereignisses diagnostiziert.

Symptombild

Körperliche Symptome sind unter anderem:

  • Schmerzen
  • Übelkeit
  • Zittern (Tremor)
  • Taubheitsgefühle
  • Konzentrationsstörungen
  • Vergesslichkeit
  • Motorische Unruhe

Psychische Symptome sind unter anderem:

  • Wiederkehrende, sich aufdrängende Bilder (Nachhallerinnerungen)
  • Alpträume
  • Vermeidungsverhalten
  • Hypervigilanz
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Reizbarkeit oder Wutausbrüche
  • Erhöhte Schreckhaftigkeit
  • Freudlosigkeit
  • Depersonalisation/Derealisation
  • Dissoziation

Unerwähnt bleibt in der ICD-10, ob Betroffene direkt oder indirekt traumatisiert wurden. Entwickelt ein Unfallopfer z.B. eine PTBS geschieht das aufgrund einer direkten Traumatisierung. Ein Beobachter desselben Unfalls gilt als indirekt traumatisiert, wenn er als Folge dieser Beobachtung eine PTBS ausbildet. Auch die Nachricht z.B über den Tod eines nahen und geliebten Menschen hat das Potenzial zu traumatisieren. 

Es gibt Menschen, denen wird eine PTBS diagnostiziert, obwohl sie kein solches Schocktrauma erlebt haben. Dennoch ist diese Diagnose unter gewissen Voraussetzungen gerechtfertigt, denn neben der Schocktraumen gibt es auch Beziehungs- oder Entwicklungstraumen. Diese zeigen sich in einem etwas anderen Symptombild. Ein Entwicklungstrauma entsteht, wenn in der Kindheit schlechte Umgebungsbedingungen herrschten, z.B. körperliche Gewalt, psychische Gewalt in Form von Ignoranz oder Vernachlässigung, Abhängigkeiten (Süchte) in der Familie, permanente Umzüge, starke innerfamiliäre Konflikte. Das Kind wird in der Beziehungsgestaltung gestört, da es zu glauben anfängt, selbst schuld an den Umständen zu sein und es sich einfach nur mehr anstrengen müsse, um die Gunst der Beziehungspersonen zu gewinnen und die Familie zu heilen. Dieser Konflikt, sich binden zu müssen, um überleben zu können, aber gleichzeitig zu wissen, dass Bindung Schmerzen verursacht, hinterlässt das Kind ebenso in einem Zustand tiefer Verzweiflung und hilfloser Verwirrung. Der Person fehlen für die weitere Entwicklung angemessene Bewältigungsmechanismen. Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) ist allerdings erst im neuen Klassifikationssystem der Krankheiten (ICD-11) aufgenommen worden. Dieses Diagnosemanual wird voraussichtlich im Jahr 2027 von Behandlern verbindlich genutzt werden dürfen. 

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